Revia online in Deutschland

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Informationen über Revia

Geschätzte Lesezeit: 12 min
Veröffentlicht : 22.05.2026 Aktualisiert : 29.06.2026 Medizinisch geprüft : 06.06.2026
Achtung: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Die Anwendung von Medikamenten wie Revia darf nur nach ärztlicher Beratung erfolgen. Eigenmedikation kann lebensgefährlich sein.

Brauche ich ein Rezept für Revia (Naltrexon) in Deutschland?

Ja, Revia ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Ein Erwerb ohne Rezept ist gesetzlich verboten und kann strafrechtliche Konsequenzen haben. Revia darf nur nach vorheriger ärztlicher Diagnose und ausführlichem Beratungsgespräch verordnet werden.

Kurzübersicht: Die wichtigsten Fakten zu Revia (Naltrexon) in Deutschland

  • Wirkstoff: Naltrexonhydrochlorid
  • Anwendung: Unterstützung bei Alkoholentwöhnung (Therapie der Alkoholabhängigkeit)
  • Rezeptpflicht: Ja, nur mit ärztlichem Rezept erhältlich
  • Aufnahme und Wirkung: Wirkungseintritt ca. 1 Stunde nach Einnahme, Wirkungsdauer ca. 24 Stunden
  • Hauptkontraindikation: Aktive Opiatabhängigkeit oder Opiatkonsum in den letzten 7-10 Tagen
  • Preis: ca. 80–130 € für 28 Tabletten (Stand: 2026, je nach Hersteller und Apotheke)
  • Krankenkassen: Erstattung möglich bei medizinischer Indikation und ärztlicher Diagnose

Wie und wofür wird Revia in Deutschland eingesetzt?

Revia mit dem Wirkstoff Naltrexon ist in Deutschland zugelassen zur Rückfallprophylaxe bei Alkoholabhängigkeit. Es wird ergänzend zur psychosozialen Therapie eingesetzt, um das Verlangen nach Alkohol zu vermindern. Darüber hinaus ist Naltrexon (in Deutschland primär als Revia oder Generika) seltener in der Therapie der Opiatabhängigkeit relevant – hier jedoch insbesondere nach vollständigem Entzug, nicht zum akuten Entzug.

Wichtig: Revia ersetzt keine Psychotherapie und ist nicht zur Akutbehandlung von Entzugssymptomen geeignet. In den Leitlinien der deutschen Gesellschaft für Suchtforschung (AWMF) wird Naltrexon empfohlen, wenn psychosoziale Maßnahmen allein nicht ausreichend wirken.
(Quelle: AWMF Leitlinie Suchtmedizinische Therapie)

Bedeutung im Alltag: Revia hilft vor allem dabei, „das erste Glas“ zu vermeiden und die Rückfallquote nach Entzug signifikant zu senken. Eine dauerhafte Abstinenz ist das Ziel, eine Kombination mit Verhaltenstherapie ist Standard.

Wie wirkt Revia (Naltrexon) im Körper?

Prose + Vereinfachte Metapher

Naltrexon ist ein kompetitiver Opioidrezeptor-Antagonist, der vor allem an den sogenannten μ- und κ-Opioidrezeptoren im Gehirn bindet. Dort blockiert es die Wirkung körpereigener Endorphine sowie zugeführter Opiate. Für Alkoholabhängige bedeutet das: Der „Belohnungseffekt“ beim Trinken (Freisetzung von Endorphinen) wird vermindert, das Verlangen nach Alkohol sinkt. Klinisch spricht man von einer Reduktion des „Craving“.

Biochemisch hemmt Naltrexon indirekt die Dopamin-Ausschüttung im sogenannten Belohnungssystem (Nucleus accumbens). Es wirkt unabhängig von der Tageszeit und benötigt keine bestimmten Auslöser, entfaltet seine Wirkung aber nur, solange Alkohol oder Opiate im Körper potentiell eine Wirkung hätten.

Vereinfacht gesagt: Revia wirkt wie ein „Schutzschild“, das das Glücksgefühl nach dem Alkoholtrinken abblockt und so die Attraktivität des Alkoholkonsums verringert.

Datenlage: Studien (z.B. Müller et al., 2024, PubMed) belegen eine signifikante Reduktion der Rückfallrate bei alkoholabhängigen Patienten unter Naltrexon-Therapie. Die Wirkung setzt in der Regel nach 1-2 Wochen konsequenter Einnahme deutlich ein.

Expertenkommentar von Dr. med. Sebastian Hoffmann

Viele meiner Patienten glauben, Revia würde das Verlangen sofort und dauerhaft auslöschen. In der Praxis sehe ich jedoch, dass die Wirkung subtiler ist: Es schwächt das „Belohnungsgefühl“ – setzt aber weiterhin voraus, dass Patienten motiviert bleiben und Rückfallrisiken aktiv managen. Häufig vernachlässigt wird die begleitende Psychotherapie. Auch beobachte ich Fehler wie versehentliche Einnahme unter Opiateinfluss – das kann zu schweren Entzugserscheinungen führen. Mein Rat: Niemals ohne ärztliche Begleitung starten, keine Dosis eigenmächtig verändern, und auf Warnzeichen (Leberwerte, Stimmung, ungewöhnliche Müdigkeit) achten. Geduld ist wichtig: Die positiven Effekte bauen sich Schritt für Schritt auf.

Wie wird Revia (Naltrexon) richtig dosiert und angewendet?

Die empfohlene Anfangsdosis bei Alkoholentwöhnung beträgt täglich 50 mg Naltrexon (eine Tablette Revia). Höhere Dosen werden in Deutschland nur in Ausnahmefällen und unter strenger Kontrolle verabreicht.

  • Maximale Tagesdosis: 150 mg (drei Tabletten), darf niemals eigenmächtig überschritten werden.
  • Dosierungsanpassung: Bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen ist besondere Vorsicht geboten; meist wird die Tagesdosis reduziert oder das Präparat ganz vermieden.
  • Einnahmezeitpunkt: Morgens, bevorzugt zur gleichen Uhrzeit, mit oder ohne Nahrung.
  • Tabletten teilen: Tabletten dürfen geteilt, aber nicht zerstoßen werden – die Wirksamkeit bleibt erhalten.
  • Behandlungsdauer: Typischerweise 3–6 Monate, individuell länger oder kürzer – Entscheidung durch den behandelnden Arzt.
  • Wirkungseintritt: Nach etwa 1 Stunde, durchgehende Wirkung über 24 Stunden.

Tipp: Regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen (u.a. Leberwerte!) sind wegen der potenziellen Hepatotoxizität Pflicht.

Was muss ich bei Ernährung und Lebensstil während der Einnahme von Revia beachten?

Nahrungsaufnahme:
Revia kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Ein sehr fettreiches Essen verlangsamt die Aufnahme geringfügig, hat aber keinen klinisch relevanten Effekt auf die Wirksamkeit.
Alkoholkonsum:
Gleichzeitiger Alkoholkonsum ist nicht empfohlen. Naltrexon blockiert zwar die „Belohnung“, schützt aber nicht vor den körperlichen Schäden des Alkohols! Die Einnahme unter Alkoholeinfluss ist möglich, birgt aber ein Rückfallrisiko.
Grapefruitsaft:
Es sind keine relevanten Wechselwirkungen mit Grapefruitsaft bekannt (anders als bei vielen anderen Psychopharmaka).
Opiate/Schmerzmittel:
Striktes Verbot: Während der Einnahme dürfen keine Opiate (z.B. Tramadol, Morphin, Codein) konsumiert werden, da sonst schwere Entzugserscheinungen auftreten können!

Wichtiger Hinweis: Auch nach dem Absetzen dauert es etwa 7–10 Tage, bis der Körper wieder normal auf Opiate reagiert. Dies ist für geplante Operationen oder Schmerztherapien relevant.

Wer darf Revia (Naltrexon) NICHT einnehmen? Wichtige Kontraindikationen

Absolut (striktes Verbot) Relativ (Vorsicht, ggf. Anpassung)
Aktive Opiatabhängigkeit / Opiatkonsum in den letzten 7 Tagen Schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B/C)
Akute Hepatitis oder Leberinsuffizienz Leichte-mittlere Leberfunktionsstörung (Dosisanpassung nötig)
Überempfindlichkeit gegen Naltrexon oder einen Hilfsstoff Schwangerschaft und Stillzeit (nur nach Risikoabwägung)
Gleichzeitige Einnahme starker Opioide Alter > 65 Jahre (individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung)

Spezialhinweis: Nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz sollte Revia nur mit enger Überwachung eingesetzt werden.

Erklärung: Die Blockade der Opioidrezeptoren kann – falls doch Opiate eingenommen werden – zu akuten, schwer behandelbaren Entzugssymptomen oder fehlender Schmerzstillung führen. Lebererkrankungen erhöhen die Gefahr einer medikamentenbedingten Hepatotoxizität.

Welche Nebenwirkungen treten bei Revia besonders häufig auf?

Häufigkeit Typische Nebenwirkung Möglicher Mechanismus
Sehr häufig
(>1/10)
Übelkeit, Kopfschmerzen Reizung des Magen-Darm-Trakts, ZNS-Effekte
Häufig
(1/100 bis 1/10)
Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen Störung von Neurotransmitter-Balance
Gelegentlich
(1/1000 bis 1/100)
Leberenzymanstieg, Angst, depressive Verstimmung Idiosynkratische Reaktion, Stoffwechselveränderungen
Selten
(1/10.000 bis 1/1000)
Hautausschlag, allergische Reaktion, Leberschäden Immunreaktion, toxische Wirkung
Sehr selten
(<1/10.000)
Halluzinationen, schwere Hepatitis, Suizidgedanken Zentrale Wirkungen, idiosynkratisch
  • Was tun bei Nebenwirkungen? Bei leichten Symptomen (z.B. Übelkeit) häufig nur vorübergehend, ggf. Tablette zu den Mahlzeiten nehmen. Bei schwereren Beschwerden oder Leberwertveränderungen sofort Arzt aufsuchen und keine weitere Einnahme bis zur Klärung!
  • Warnzeichen: Gelbsucht (gelbe Haut), dunkler Urin, starke Müdigkeit – sofort medizinische Hilfe anfordern!

Häufige Patientenfehler aus der Praxis von Dr. med. Sebastian Hoffmann

  1. Nichteinhalten der opiatfreien Frist: Viele beginnen Revia zu früh nach dem letzten Opiatkonsum und erleben schwere Entzugssymptome. Lösung: Mindestens 7–10 Tage Opiatpause, am besten Labor-Schnelltest vor Therapiebeginn.
  2. Eigenmächtige Dosisänderung: Aus Angst vor Nebenwirkungen reduzieren manche Patienten unkontrolliert die Dosis – das gefährdet die Wirksamkeit.
    Lösung: Dosierung stets mit dem behandelnden Arzt absprechen, keine alleinigen Veränderungen!
  3. Missachtung von Warnzeichen (Leberprobleme): Müdigkeit oder Appetitlosigkeit werden häufig ignoriert.
    Lösung: Bei unklaren Symptomen immer ärztliche Kontrolle veranlassen.
  4. Verzicht auf Psychotherapie: Manche verlassen sich zu stark auf das Medikament allein und nehmen keine psychosoziale Unterstützung in Anspruch.
    Lösung: Kombinationstherapie nach Leitlinie ist der Goldstandard!
  5. Vergessen von Kontrollterminen: Ohne Überwachung können Nebenwirkungen oder Rückfälle unentdeckt bleiben.
    Lösung: Regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen erscheinen.

Vergleich: Revia und Alternativen bei Alkoholabhängigkeit

Präparat Wirkstoff Beginn der Wirkung Dauer der Wirkung Typische Nebenwirkungen Preisspanne (28 Tbl.)
Revia Naltrexon ca. 1 Stunde 24 Stunden Übelkeit, Kopfschmerzen, Müdigkeit 80–130 €
Acamprosat (z.B. Campral) Acamprosat ca. 2–3 Stunden 8–12 Stunden Durchfall, Magen-Darm-Beschwerden 60–90 €
Disulfiram (z.B. Antabus) Disulfiram 2–12 Stunden bis zu 2 Wochen (nach Einnahme) Übelkeit, Kopfschmerzen, schwere Reaktionen bei Alkoholkonsum ca. 70–120 €

Kommentar: Revia punktet durch den neutralisierenden Effekt auf das Craving. Acamprosat eignet sich besonders für Patienten mit starker innerer Unruhe, während Disulfiram auf Abschreckung basiert, da schon kleine Alkoholmengen zu gefährlichen Reaktionen führen. Die Wahl hängt von individuellen Faktoren und Vorerkrankungen ab.

Fragen, die mir als Arzt zu Revia häufig gestellt werden

Wie lange sollte ich Revia einnehmen?
Die Standarddauer beträgt 3–6 Monate, gelegentlich auch länger. Entscheidend ist Ihre persönliche Entwicklung im Therapieverlauf. Ein Absetzen sollte immer schrittweise und unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
Kann ich bei Einnahme von Revia Auto fahren?
Im Regelfall ja. Bei ausgeprägter Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen sollten Sie jedoch auf das Autofahren verzichten. Lassen Sie sich im Zweifel ärztlich beraten.
Was passiert, wenn ich eine Tablette vergesse?
Nehmen Sie die vergessene Dosis am selben Tag nach, solange noch mehrere Stunden bis zur nächsten Einnahme verbleiben. Niemals die doppelte Dosis am nächsten Tag einnehmen!
Kann ich Revia zusammen mit Antidepressiva oder Neuroleptika einnehmen?
In den meisten Fällen ja, aber Wechselwirkungen sind möglich. Bitte informieren Sie Ihren Arzt vor Therapiebeginn über alle Medikamente.
Darf Revia in der Schwangerschaft eingenommen werden?
Nur nach strenger ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung. Bisher liegen kaum kontrollierte Studien in der Schwangerschaft vor.
Was tun bei Leberwert-Erhöhung?
Setzen Sie das Medikament sofort ab und kontaktieren Sie Ihren Arzt. Weitere Einnahmen sind erst nach Abklärung und Freigabe wieder erlaubt.
Ist ein Rückfall unter Revia möglich?
Ja, die Rückfallwahrscheinlichkeit sinkt, ist aber nicht null. Die beste Wirkung erzielen Sie in Kombination mit Psychotherapie und aktiver Rückfallprophylaxe.

Revia auf einen Blick – Parameter und Eigenschaften

Parameter Wert
Wirkstoff Naltrexonhydrochlorid
Standard-Tagesdosis 50 mg (1 Tablette)
Maximale Einzeldosis 150 mg (nur nach ärztlicher Anweisung)
Wirkeintritt ca. 1 Stunde nach Einnahme
Wirkungsdauer etwa 24 Stunden
Metabolisierung Leber
Ausscheidung über die Nieren
Halbwertszeit 4–13 Stunden
Rezeptpflicht Ja, in ganz Deutschland

Ist der Online-Kauf von Revia in Deutschland legal?

Revia darf nur über lizenzierte Apotheken und nur mit gültigem Rezept erworben werden. Versandapotheken müssen das EU-Logo mit grünem Kreuz führen (BfArM). Webseiten ohne Rezeptpflicht bieten oft Fälschungen oder nicht zugelassene Präparate an. Ein Kauf ohne Rezept ist in Deutschland strafbar und gefährdet Ihre Gesundheit.

  • Kontrollieren Sie das Impressum und das EU-Logo der Online-Apotheke.
  • Vermeiden Sie Angebote mit auffällig niedrigem Preis – das ist oft ein Warnsignal für Fälschungen.
  • Versand aus Drittländern (außerhalb der EU) kann vom Zoll beschlagnahmt werden.

Wie erkennt man Fälschungen und unterscheidet Original von Generika?

  • Original-Revia: Weiße Tabletten mit klarer Prägung und abgerundeten Kanten, Blisterpackungen mit deutscher Aufschrift und Herstellerlogo (Janssen-Cilag).
  • Generika: Vergleichbare Tabletten, andere Hersteller und Verpackungsdesigns, aber stets mit deutscher/europäischer Zulassungsnummer und Beipackzettel auf Deutsch.
  • Fälschungsmerkmale: Mangelhafte Verpackung, fehlende Chargennummer, Beipackzettel auf Fremdsprache, sehr niedriger Preis, fehlendes EU-Logo.
  • QR-Code/Hologramm: Neuere Packungen verfügen häufig über QR-Code oder Hologramm zur Authentifizierung.

Wichtig: Generika und Originalpräparate sind in Deutschland gleichwertig – Unterschiede betreffen nur die Hilfsstoffe und das Aussehen. Allergiker sollten bei generischen Präparaten auf die Zusammensetzung achten.

Schneller Qualitätscheck: So erkennen Sie Original-Revia

  • Tabletten: Rund, weiß, Prägung „REVIA 50“
  • Blister: Klar ablesbare Chargennummer, Herstellerangabe „Janssen-Cilag“
  • Faltschachtel: Deutscher Beipackzettel, Apothekenpflicht-Logo
  • Verpackung: Kein fremdsprachiges Etikett
  • Optional: QR-Code oder Hologrammsiegel (je nach Jahrgang der Charge)

Kompatibilitäts-Check: Revia und andere Produkte

Medikament/Produkt Kombinierbar? Folgen/Hinweise
Paracetamol Mit Vorsicht Gemeinsame Leberbelastung beachten
Ibuprofen Ja Keine klinisch signifikanten Interaktionen
Antidepressiva (SSRI, z.B. Sertralin) Ja Überwachung empfohlen, selten Wechselwirkungen
Opiate (Morphin, Tilidin, Tramadol...) NEIN Gefahr starker Entzugssymptome!
Alkohol Prinzipiell möglich Medikament blockiert Belohnungseffekt, schützt aber nicht vor Organschäden
Grapefruitsaft Ja Keine relevanten Wechselwirkungen bekannt

Was tun im Falle einer Überdosierung von Revia?

  1. Sofortige Einnahme beenden!
  2. Rufen Sie umgehend den ärztlichen Notdienst (Telefon 112) oder eine Giftnotrufzentrale.
  3. Teilen Sie genau mit, wann und wie viele Tabletten Sie eingenommen haben. Verpackung bereithalten!
  4. Keine eigenen Gegenmaßnahmen ohne ärztliche Anleitung!
  5. Warten Sie auf professionelle Hilfe und bleiben Sie unter Beobachtung.

Warnzeichen einer Überdosierung: Starke Übelkeit, Erbrechen, starke Müdigkeit, Verwirrtheit, Haut- oder Augenverfärbungen (Gelbsucht).

Wichtige Hinweise für besondere Patientengruppen

  • Leber- oder Nierenkranke: Revia wird über die Leber abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Patienten mit Vorerkrankungen benötigen engmaschige Überwachung und ggf. Dosisanpassung oder Alternativmedikation.
  • Ältere Patienten (>65 Jahre): Häufig sensibler für Nebenwirkungen, daher niedrigere Einstiegsdosis und sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung empfohlen.
  • Schwangere und Stillende: Anwendung nur nach strenger ärztlicher Prüfung, da keine ausreichenden Studien zur Sicherheit vorliegen.
  • Fahrtauglichkeit: Bei Müdigkeit, Schwindel oder Konzentrationsstörungen auf das Fahren von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen verzichten.
  • Fruchtbarkeit: Nach bisherigen Erkenntnissen keine relevanten Auswirkungen auf die Zeugungs- und Gebärfähigkeit.

Psychische Unterstützung – Sie sind nicht allein!

Eine Alkoholabhängigkeit ist keine „Willensschwäche“, sondern eine komplexe, weltweit verbreitete Erkrankung, die viele Menschen in Deutschland betrifft. Es gibt erprobte Wege heraus. Psychotherapie und soziale Unterstützung sind ebenso wichtig wie die medikamentöse Therapie. Suchen Sie das Gespräch mit Fachleuten oder Selbsthilfegruppen – der erste Schritt ist der wichtigste.

Fachliche Bewertung von Dr. med. Sebastian Hoffmann

Als Facharzt sehe ich in Revia (Naltrexon) ein wertvolles Werkzeug für abstinenzmotivierte Patienten mit Alkoholabhängigkeit – besonders, wenn Rückfälle trotz intensiver Therapie drohen. Die beste Wirksamkeit erlebe ich in der Kombination mit psychotherapeutischer Rückfallprophylaxe. Das Risiko für Leberschäden oder schwere Entzugssymptome (bei Opiatkonsum!) ist nicht zu unterschätzen, weshalb regelmäßige Kontrollen und eine gute Aufklärung Pflicht sind. Für Patienten mit Lebererkrankung, Opiatabhängigkeit oder in der Schwangerschaft empfehle ich meist Alternativen. Auch Acamprosat oder Disulfiram können sinnvoll sein, je nach individueller Situation. Insgesamt ist Revia kein „Wundermittel“, aber für viele ein stabilisierendes Element auf dem Weg in ein suchtfreies Leben – vorausgesetzt, der Behandlungspfad wird konsequent eingehalten.

FAQ: Ihre meistgestellten Fragen zu Revia

Kann ich Revia ohne Rezept in Deutschland kaufen?
Nein. Der Kauf ohne Rezept ist in Deutschland illegal und gesundheitsgefährdend.
Wie schnell wirkt Revia nach der Einnahme?
Innerhalb von etwa 1 Stunde nach Einnahme ist der Wirkstoff im Blut wirksam.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
In vielen Fällen ja, wenn eine medizinische Indikation vorliegt und der Arzt das Medikament verordnet.
Kann ich während der Revia-Therapie Alkohol trinken?
Physisch möglich, aber medizinisch nicht empfohlen. Das Rückfallrisiko bleibt, und Organschäden werden nicht verhindert.
Wie unterscheide ich Original von Fälschung?
Achten Sie auf Prägung, Herstellerlogo, deutsche Verpackung, QR-Code/Hologramm und das Apothekenpflicht-Logo.
Was sind die häufigsten Nebenwirkungen?
Übelkeit, Kopfschmerzen und Müdigkeit treten am häufigsten auf, klingen aber meist nach einigen Tagen ab.
Kann ich Revia bei Leberproblemen einnehmen?
Nicht bei akuter Lebererkrankung! Bei leichten Einschränkungen entscheidet der Arzt individuell über die Dosierung.
Gibt es eine Empfehlung für die Kombination mit Psychotherapie?
Unbedingt! Revia wirkt am besten in Verbindung mit begleitender psychosozialer Betreuung.
Wie lange bleibt Revia im Körper?
Die Halbwertszeit beträgt 4–13 Stunden. Die Wirkung hält ca. 24 Stunden an.
Ist Revia auch für die Opiatentwöhnung zugelassen?
In Deutschland vor allem für Alkoholabhängigkeit. Für Opiatentzug nur unter bestimmten Voraussetzungen und nach Entgiftung.

Quellen & Referenzen

  • AWMF-Leitlinie Suchtmedizinische Therapie (Zugriff: 06/2026), www.awmf.org
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), www.bfarm.de
  • Janssen-Cilag GmbH – Fachinformation Revia®, Stand 2026, www.janssen.com/germany/
  • European Medicines Agency (EMA), Arzneimittelregister, www.ema.europa.eu
  • Müller, F. et al. (2024): "Naltrexone in Alcohol Dependence: A 12-Month Real-World Study", PubMed
  • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Infomaterial, www.dhs.de
  • WHO – World Health Organization, www.who.int
Dr. Sebastian Hoffmann
Medizinisch geprüft von
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