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Informationen über Zyban

Geschätzte Lesezeit: 10 min
Veröffentlicht : 21.05.2026 Aktualisiert : 21.06.2026 Medizinisch geprüft : 12.06.2026
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Die Einnahme von Medikamenten wie Zyban darf nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen. Selbstmedikation ist lebensgefährlich und gesetzlich verboten.

Inhaltsverzeichnis

Direktantwort: Zyban in Deutschland – Verschreibungspflicht, Legalität & Schnelle Fakten

Zyban (Wirkstoff: Bupropion) ist in Deutschland verschreibungspflichtig und darf nur nach ärztlicher Beratung eingenommen werden. Ein Erwerb ohne gültiges Rezept – egal ob in der Apotheke vor Ort oder bei einer zertifizierten Versandapotheke – ist illegal und gefährlich.

Der Bezug über nicht autorisierte Webseiten birgt erhebliche gesundheitliche und rechtliche Risiken wie Fälschungen, Zollbeschlagnahme oder sogar strafrechtliche Verfolgung. Der legale Weg führt immer über eine ärztliche Verschreibung.

Kurzüberblick: Die wichtigsten Fakten zu Zyban

EigenschaftDetails
WirkstoffBupropionhydrochlorid
KategorieRaucherentwöhnung, Antidepressivum
Wirkbeginnca. 1 Woche nach Therapiebeginn
Häufigste NebenwirkungSchlaflosigkeit, Mundtrockenheit
VerschreibungspflichtJa (Rezeptpflicht in Deutschland)
Preis (2026)ca. 110–140 € für 60 Tabletten (je nach Apotheke und Rabattvertrag, Stand 2026)
ErstattungsfähigkeitTeilweise, abhängig von Indikation und Krankenkasse
VerfügbarkeitApotheke vor Ort oder Versandapotheke mit deutschem Rezept

Was ist Zyban und für wen ist es geeignet?

Zyban ist ein in Deutschland zugelassenes Arzneimittel zur Unterstützung bei der Raucherentwöhnung. Der enthaltene Wirkstoff Bupropion wurde ursprünglich als Antidepressivum entwickelt, zeigte aber in klinischen Studien eine deutliche Reduktion des Rauchverlangens (Craving). Die Zulassung von Zyban zur Tabakentwöhnung erfolgte auf Grundlage umfangreicher Studien, unter anderem auch in deutschen Raucherambulanzen (BfArM).

  • Indikation: Unterstützung des Rauchstopps bei erwachsenen Raucher:innen mit deutlichem Wunsch nach Nikotinabstinenz.
  • Hintergrund: Besonders geeignet für Menschen, bei denen andere Methoden (z.B. Nikotinersatzprodukte) nicht ausreichend wirksam waren.
  • Nebenbei: Es existieren auch Generika von Bupropion.

Zyban kommt häufig dann zum Einsatz, wenn psychische oder starke körperliche Nikotinabhängigkeit vorliegt und/oder Versuche mit klassischen Nikotinersatzpräparaten scheiterten.

Wie wirkt Zyban im Körper? (Pharmakologie einfach und tief erklärt)

Bupropion, der Wirkstoff von Zyban, ist ein sogenannter selektiver Wiederaufnahmehemmer für Noradrenalin und Dopamin. Er blockiert die Wiederaufnahme dieser beiden Neurotransmitter im zentralen Nervensystem, wodurch deren Konzentration im synaptischen Spalt erhöht wird (EMA).

  • Wirkung auf Dopamin: Dopamin ist im Belohnungssystem des Gehirns maßgeblich an der Entstehung von Suchtverhalten beteiligt. Durch die Erhöhung des Dopaminspiegels wird das Rauchverlangen (Craving) abgeschwächt.
  • Wirkung auf Noradrenalin: Noradrenalin beeinflusst Stimmung, Konzentration und Antrieb. Eine gesteigerte Verfügbarkeit kann Entzugserscheinungen wie Niedergeschlagenheit oder Nervosität lindern.

Vereinfacht gesagt: Zyban „simuliert“ teilweise die Wirkung von Nikotin auf das Gehirn, ohne die typischen gesundheitsschädlichen Effekte des Rauchens. Dadurch fällt es Betroffenen leichter, auf Zigaretten zu verzichten.

Metapher: Stellen Sie sich das Gehirn als eine Stadt vor, in der Dopamin und Noradrenalin wie Boten Fahrräder nutzen, um Nachrichten zu verteilen. Bupropion sorgt dafür, dass diese Boten mehr Zeit auf den Straßen verbringen – die Botschaften bleiben länger erhalten, was das Bedürfnis nach Nikotin reduziert.

Pharmakokinetik: Nach oraler Einnahme wird Bupropion rasch im Magen-Darm-Trakt aufgenommen, in der Leber zu aktiven Metaboliten umgewandelt und überwiegend über die Nieren ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 20 Stunden (bei gesunden Erwachsenen). (PubMed)

Mythos vs Realität
  • Mythos: „Zyban wirkt sofort nach der ersten Tablette.“
  • Realität: Die Wirksamkeit zeigt sich meist erst nach 7–14 Tagen regelmäßiger Einnahme.

Expertenkommentar von Dr. med. Sebastian Hoffmann

Aus meiner Erfahrung als Facharzt sehe ich oft, dass Patient:innen die Wirkung von Zyban unterschätzen oder den Wirkmechanismus missverstehen. Viele glauben, das Medikament sei ein „Wundermittel“, das das Rauchverlangen automatisch beseitigt. Tatsächlich ist entscheidend, dass Zyban im Rahmen eines strukturierten Rauchstopp-Programms eingesetzt wird – inklusive begleitender Beratung und Verhaltensänderung. Die häufigste Stolperfalle? Zu frühes Absetzen oder fehlende Abstimmung auf den individuellen Entwöhnungszeitpunkt. Wichtig: Geduld zeigen und nicht verzweifeln, wenn die Wirkung nicht sofort spürbar ist. Wer Unterstützung sucht, sollte sich frühzeitig an spezialisierte Raucherambulanzen oder psychologische Angebote wenden.

Wie wird Zyban richtig eingenommen? Dosierung, Einnahmezeitpunkt & Wirkdauer

  • Therapiestart: In der Regel wird Zyban etwa 1–2 Wochen vor dem geplanten Rauchstopp begonnen.
  • Standarddosierung: An den ersten 3 Tagen: 1× täglich 150 mg morgens. Ab Tag 4: 2× täglich 150 mg (morgens und nachmittags, im Abstand von mindestens 8 Stunden).
  • Maximaldosis: 300 mg pro Tag (niemals mehr einnehmen!)
  • Tablettenform: Retardtabletten – diese dürfen nicht geteilt, zerstoßen oder zerkaut werden, da sonst die Retardierung verloren geht und das Risiko von Nebenwirkungen steigt.
  • Behandlungsdauer: Typischerweise 7–9 Wochen; die genaue Dauer stimmt der Arzt individuell ab.
  • Ältere Menschen (über 65 Jahre)/Leber- oder Nierenerkrankung: Hier kann eine Dosisanpassung nötig sein. Bitte unbedingt ärztlich abklären!
Tipp: Nehmen Sie die letzte Tagesdosis spätestens am Nachmittag ein, um Schlafprobleme zu vermeiden.

Zyban, Ernährung & Lebensstil: Worauf muss ich achten?

Lebensmittel/Getränk Empfehlung Grund
Fettreiche Mahlzeiten Keine Einschränkung Beeinflusst die Aufnahme nicht wesentlich
Alkohol Vermeiden Erhöht Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere Krampfanfälle
Grapefruitsaft Mit Vorsicht Theoretisch möglich, dass der Abbau von Bupropion gehemmt wird (aber nicht so ausgeprägt wie bei anderen Medikamenten)
Kaffee/Koffein Mäßigen Konsum Kann nervös machen–Kombination mit Zyban kann Unruhe verstärken
  • Alkoholkonsum: Auch kleine Mengen Alkohol (z.B. 1–2 Gläser Wein) können die Krampfschwelle senken. Daher am besten während der Behandlung ganz darauf verzichten.
  • Grapefruitsaft: Nicht grundsätzlich verboten, aber größere Mengen sollten gemieden werden, da ein Einfluss auf den Leberabbau nicht ausgeschlossen werden kann.
Fazit: Zyban kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, aber meiden Sie Alkohol konsequent!

Für wen ist Zyban nicht geeignet? Kontraindikationen im Detail

Absolute Kontraindikationen (nie anwenden):
  • Epilepsie oder Krampfanfälle in der Vorgeschichte
  • Essstörungen wie Bulimie oder Anorexie
  • Gleichzeitige Anwendung von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern)
  • Akute Alkoholentgiftung oder plötzlicher Benzodiazepin-Entzug
  • Schwere Leberzirrhose
  • Überempfindlichkeit gegen Bupropion oder einen Hilfsstoff
Relative Kontraindikationen (nur nach ärztlicher Rücksprache):
  • Herzinfarkt in den letzten 6 Monaten
  • Schwere Hypertonie (Bluthochdruck über 180/110 mmHg)
  • Schwere psychiatrische Erkrankungen (z.B. akute Psychose)
  • Leichte bis moderate Leber- oder Niereninsuffizienz
  • Schwangerschaft und Stillzeit (Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt zwingend erforderlich)

Warum? Zyban kann die Krampfanfälligkeit erhöhen, das Herz-Kreislauf-System belasten und in Kombination mit bestimmten Medikamenten (z.B. MAO-Hemmern) zu lebensbedrohlichen Wechselwirkungen führen.

Welche Nebenwirkungen sind bei Zyban am häufigsten?

  • Sehr häufig (>10%): Schlaflosigkeit, Mundtrockenheit
  • Häufig (1–10%): Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Angst, Zittern, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Appetitminderung
  • Gelegentlich (0,1–1%): Hautausschlag, Allergische Reaktionen, erhöhter Blutdruck, Palpitationen
  • Selten (<0,1%): Krampfanfälle, schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Angioödem), Leberfunktionsstörungen
  • Sehr selten (<0,01%): Psychotische Symptome, Suizidgedanken, schwerwiegende Herzrhythmusstörungen
Wichtiger Hinweis: Bei Anzeichen eines Krampfanfalls, schwerer allergischer Reaktion oder Suizidgedanken sofort die Einnahme beenden und umgehend ärztlichen Notdienst aufsuchen (Deutschlandweit 112 wählen).

Häufige Patientenfehler aus der Praxis von Dr. Hoffmann

  • Zu früher Rauchstopp: Viele Patient:innen setzen den Rauchstopp vor dem empfohlenen Zeitraum (1–2 Wochen nach Therapiebeginn). Die Folge: Zyban ist noch nicht wirksam, die Entzugserscheinungen sind stärker.
  • Eigenmächtiges Dosisanpassen: Manche erhöhen die Tablettenanzahl bei Craving oder nehmen beide Tabletten zusammen ein. Das erhöht gefährlich das Krampf- und Nebenwirkungsrisiko.
  • Kombination mit Alkohol: Trotz klarer Warnung kommt es vor, dass während der Therapie Alkohol konsumiert wird. Hierdurch steigt die Wahrscheinlichkeit für Krampfanfälle erheblich.
  • Unregelmäßige Einnahme: „Vergessen“ einzelner Dosen führt zu Wirkungsverlust und erhöhtem Rückfallrisiko.
  • Zu kurzes Durchhalten: Wer Zyban direkt nach Abklingen des akuten Rauchverlangens absetzt, riskiert Rückfälle.
So vermeiden Sie diese Fehler: Halten Sie sich streng an den ärztlichen Einnahmeplan und suchen Sie im Zweifel frühzeitig Rat bei Ihrem Hausarzt, Ihrer Hausärztin oder in der Rauchersprechstunde.

Vergleich: Zyban versus Alternativen – Was passt zu wem?

Präparat Wirkstoff Wirkungseintritt Häufigste Nebenwirkung Preis (2026, DE) Darreichungsform Verschreibungspflicht
Zyban Bupropion nach 7–14 Tagen Schlaflosigkeit ca. 110–140 € / 60 Tabletten Retardtablette Ja
Champix® (aktuell oft als Generikum Vareniclin erhältlich) Vareniclin nach 7 Tagen Übelkeit ca. 125–160 € / Monatspackung Tablette Ja
Nikotinersatz (z.B. Pflaster, Kaugummi) Nikotin sofort Hautreizungen (Pflaster), Mundreizungen (Kaugummi) ca. 35–65 € / Monat Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette Nein
  • Zyban: Gut für Personen mit starker psychischer Abhängigkeit und gescheiterten Versuchen mit Nikotinersatz.
  • Vareniclin (Champix®/Generika): Hat in Studien leicht höhere Erfolgsraten, kann jedoch neuropsychiatrische Nebenwirkungen haben.
  • Nikotinersatz: Ideal für leichtere Fälle und für Menschen, die keine verschreibungspflichtigen Präparate einnehmen möchten.

Fragen, die Dr. med. Hoffmann von Patient:innen am häufigsten gestellt werden

1. Kann ich Zyban auch dauerhaft nehmen, wenn ich depressiv bin?
Zyban ist in Deutschland ausschließlich zur kurzzeitigen Unterstützung beim Rauchstopp zugelassen. Für die Behandlung von Depressionen gibt es speziell abgestimmte Bupropion-Präparate, aber die Indikation muss der Arzt prüfen. Eine längere Einnahme ohne ärztliche Kontrolle ist nicht zulässig.
2. Was soll ich tun, wenn ich eine Einnahme vergesse?
Einfach auslassen und beim nächsten Mal wie gewohnt einnehmen. Nie die doppelte Dosis nehmen! Wiederholte Vergesslichkeit kann jedoch die Erfolgsaussichten mindern.
3. Ist Alkohol während der Zyban-Therapie wirklich so riskant?
Ja. Alkohol steigert das Risiko für Krampfanfälle erheblich, weil er die Krampfschwelle senkt. Ich empfehle daher während der gesamten Therapie konsequent auf Alkohol zu verzichten.
4. Kann ich parallel andere Antidepressiva einnehmen?
Das hängt vom Wirkstoff ab. Insbesondere Kombinationen mit MAO-Hemmern oder bestimmten SSRI/SNRI sind streng kontraindiziert. Bitte lassen Sie alle Medikamente vor Therapiebeginn ärztlich überprüfen.
5. Was mache ich, wenn ich nach Therapieende wieder Rauchverlangen verspüre?
Rückfälle sind nicht selten. Wichtig ist, sich nicht zu verurteilen, sondern frühzeitig professionelle Unterstützung (z. B. in einer Entwöhnungsambulanz) zu suchen. Manchmal kann eine erneute Kurzzeit-Therapie erwogen werden.
6. Gibt es Altersbeschränkungen für Zyban?
Zyban ist für Personen unter 18 Jahren in Deutschland nicht zugelassen. Bei älteren Erwachsenen (über 65 Jahre) oder bei schweren chronischen Erkrankungen ist besondere Vorsicht und eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich.
7. Darf ich während der Zyban-Therapie Auto fahren?
Im Regelfall ja, aber achten Sie auf Nebenwirkungen wie Schwindel oder Konzentrationsstörungen. Treten diese auf, sollten Sie auf das Führen von Fahrzeugen verzichten.

Zyban: Die wichtigsten Eckdaten (Tabelle)

WirkstoffBupropionhydrochlorid
TherapiebereichRaucherentwöhnung
DarreichungRetardtabletten (Tabletten mit verzögerter Wirkstofffreisetzung)
Standarddosierung1× 150 mg/Tag (3 Tage), dann 2× 150 mg/Tag
Maximaldosis300 mg/Tag
Halbwertszeit~20 Stunden
Hauptausscheidungüber die Nieren
RezeptpflichtJa, nur mit ärztlichem Rezept in Deutschland
Preisniveau110–140 € (Stand 2026, 60 Tabletten)

Legalität, Online-Bezug & Patientenschutz in Deutschland

Zyban darf in Deutschland nur mit gültigem ärztlichem Rezept erworben werden. Auch zertifizierte Versandapotheken sind verpflichtet, das Rezept vor Abgabe zu prüfen. Achten Sie beim Online-Kauf in Deutschland auf das EU-Sicherheitslogo EU Sicherheitslogo, das auf zertifizierte Anbieter hinweist (DIMDI).

  • Keine Rezeptpflicht = hohes Risiko: Anbieter, die auf ein Rezept verzichten, handeln illegal. Dort drohen Fälschungen, Zollbeschlagnahme, rechtliche Konsequenzen und gesundheitliche Schäden.
  • Patientenschutz: Die Rezeptpflicht dient Ihrem Schutz vor Nebenwirkungen, Überdosierungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Wie erkennt man Original-Zyban und vermeidet Fälschungen?

Typisches Original-Zyban (Deutschland 2026):
  • Blisterpackung mit Klartext-Aufdruck (Name, Dosis, Chargennummer)
  • Fälschungssicheres Siegel auf der Außenschachtel
  • Packungsbeilage in deutscher Sprache mit Herstellerlogo (meist GlaxoSmithKline oder Zulassungsinhaber)
  • QR-Code oder Barcode zur Echtheitsprüfung (ggf. durch die Apotheke scannen lassen)
  • Farbgebung: Tabletten meist weiß, oval und mit Prägung (z. B. „GX CG5“)
  • Preis auffällig niedrig? → Vorsicht, häufig handelt es sich dann um Fälschungen oder minderwertige Nachahmungen
Was sind Generika? Nach Ablauf des Patentschutzes sind in Deutschland verschiedene Bupropion-Generika erhältlich. Sie enthalten denselben Wirkstoff, können aber Hilfsstoffe (z. B. Bindemittel, Farbstoffe) variieren, was insbesondere bei Allergikern relevant sein kann.
Vergleich Original vs. Generikum:
  • Wirksamkeit: Entspricht zu 100 % dem Original (bioäquivalent, getestet durch die BfArM).
  • Preis: Meist günstiger (ca. 80–110 € für 60 Tabletten).
  • Hilfsstoffe: Können unterschiedlich sein – immer die Liste auf der Packung prüfen!

Kompatibilitäts-Check: Zyban und andere Medikamente

Arzneimittel/Substanz Kombinierbar? Folgen/Hinweis
Aspirin Ja Meist keine Interaktion
Paracetamol Ja Keine relevante Interaktion
MAO-Hemmer NEIN Lebensgefährliche Wechselwirkung
Alkohol NEIN Krampfgefahr, schwere Nebenwirkungen
SSRI/SNRI (z.B. Fluoxetin, Venlafaxin) NUR mit ärztlicher Rücksprache Krampfgefahr, Dosierungsanpassung nötig
Antiepileptika Vorsicht Wirkungsabschwächung oder -verstärkung möglich
Grundsatz: Alle neuen Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel immer mit dem Arzt absprechen!

Zyban-Überdosierung: Was tun im Notfall?

  1. Sofortige Einnahme stoppen: Nehmen Sie keine weitere Tablette mehr ein.
  2. Notruf 112 wählen: In Deutschland wählen Sie umgehend die 112.
  3. Medizinisches Personal informieren: Geben Sie die eingenommene Dosis und Uhrzeit an.
  4. Packung/Beipackzettel bereithalten: Ermöglicht dem Rettungsdienst gezieltere Maßnahmen.
  5. Keine Milch, kein Erbrechen auslösen! Warten Sie auf professionelle Hilfe.
Symptome einer Überdosierung: Krampfanfälle, Halluzinationen, Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen.

Besondere Patientengruppen & Einfluss auf Alltag und Fruchtbarkeit

  • Ältere Menschen (>65 Jahre): Dosisanpassung und engmaschige Überwachung empfohlen.
  • Leber-/Nierenerkrankungen: Bupropion wird in der Leber verstoffwechselt und über die Niere ausgeschieden – bei Einschränkungen ist Vorsicht geboten.
  • Fahrtüchtigkeit und Maschinenbedienung: Bei Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit oder Sehstörungen nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen.
  • Schwangerschaft/Stillzeit: Eine Anwendung ist generell nur bei strenger Indikationsstellung und Nutzen-Risiko-Abwägung gestattet.
  • Fruchtbarkeit: Bislang liegen keine Hinweise auf eine Schädigung vor, aber Langzeitstudien fehlen.

Originalpräparat vs. Generika: Was ist besser für Sie?

Original: Zyban von GlaxoSmithKline – bewährte Qualität, etablierte Herstellung, evtl. für Allergiker besser, wenn bekannte Hilfsstoffe vorliegen.

Generika: Bioäquivalent, meist günstiger, gleiche Hauptwirkung. In seltenen Fällen können andere Hilfsstoffe Unverträglichkeiten verursachen. Immer auf die Liste der Inhaltsstoffe achten!

Mein Tipp aus der Praxis: Lassen Sie sich von Ihrer Apotheke beraten, wenn Sie bekannte Allergien gegen bestimmte Hilfsstoffe haben. Preislich sind Generika fast immer im Vorteil – bei gleicher Wirksamkeit.

Psychologische Aspekte & Unterstützung beim Rauchstopp

Sie sind nicht allein: Die psychische und körperliche Abhängigkeit vom Rauchen betrifft Millionen Menschen in Deutschland – auch Führungskräfte, junge Erwachsene oder Eltern. Scham ist fehl am Platz. Suchen Sie den Austausch mit Gleichgesinnten (z.B. in Selbsthilfegruppen) oder nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch.
Wichtig zu wissen: Der Erfolg der Rauchentwöhnung steigt signifikant, wenn Zyban mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen, Beratung oder Coaching kombiniert wird.

Fachärztliche Einschätzung von Dr. med. Sebastian Hoffmann

Zyban ist für viele meiner Patient:innen ein wirksames Mittel auf dem Weg zur Nikotinabstinenz, insbesondere, wenn vorherige Entwöhnungsversuche gescheitert sind. Die größte Stärke sehe ich bei Menschen mit ausgeprägtem psychischem Rauchverlangen und hohem Rückfallrisiko. Die sorgfältige Beachtung von Kontraindikationen ist essenziell – insbesondere bei psychiatrischen oder neurologischen Vorerkrankungen. Ich rate immer dazu, die Therapie in ein umfassendes Unterstützungsprogramm einzubetten; Medikamente allein lösen selten die zugrunde liegenden psychischen Muster. Alternativen wie Vareniclin oder Nikotinersatzpräparate empfehle ich, wenn Unverträglichkeiten auftreten oder bei Kontraindikationen. Mein Fazit: Zyban ist kein Allheilmittel, aber bei korrekter Anwendung ein wichtiger Baustein im Rauchstopp. Wer motiviert ist und sich begleiten lässt, hat die besten Chancen auf dauerhaften Erfolg.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Zyban

Kann ich Zyban rezeptfrei in Deutschland kaufen?
Nein. Zyban ist strikt verschreibungspflichtig. Der Kauf ohne Rezept ist illegal und risikobehaftet.
Wie schnell wirkt Zyban?
Die Wirkung gegen das Rauchverlangen setzt meist nach 1–2 Wochen regelmäßiger Einnahme ein.
Was kostet Zyban in der Apotheke?
Im Jahr 2026 kostet eine Packung mit 60 Tabletten etwa 110–140 €, abhängig von Apotheke und Rabattvertrag.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Zyban?
Teilweise: Im Rahmen spezieller Programme oder auf Antrag kann eine Kostenübernahme erfolgen, dies ist jedoch von der jeweiligen Kasse und Indikation abhängig.
Darf ich während der Zyban-Behandlung rauchen?
Zu Therapiebeginn ja, der Rauchstopp wird meistens nach 1–2 Wochen Einnahme geplant. Danach sollten Sie idealerweise ganz aufhören.
Wie lange sollte ich Zyban einnehmen?
Die Standardtherapie dauert in der Regel 7–9 Wochen. Abweichungen sollten nur in ärztlicher Absprache erfolgen.
Gibt es Alternativen zu Zyban?
Ja, z.B. Vareniclin (Champix®/Generika) oder Nikotinersatzprodukte (Pflaster, Kaugummi). Die Wahl hängt von individuellen Faktoren ab.
Was passiert bei einer Überdosierung?
Bei Verdacht auf Überdosierung sofort die Einnahme beenden, Notruf 112 wählen und ärztliche Hilfe suchen.
Kann ich die Tabletten teilen oder zerstoßen?
Nein! Zyban-Retardtabletten dürfen nicht geteilt oder zerkaut werden, die Retardierung würde verloren gehen.
Wie erkenne ich eine Fälschung?
Überprüfen Sie Siegel, Prägung, QR-Code und lassen Sie sich im Zweifel in der Apotheke beraten.

Quellen und Literatur

Dr. Sebastian Hoffmann
Medizinisch geprüft von
Facharzt für Allgemeinmedizin · Klinischer pharmazeut · klinische pharmakologie und allgemeinmedizin
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